RS1 darf nicht an die Westtangente gekettet werden
Der ADFC Unna sieht den Vorschlag kritisch, den Radschnellweg Ruhr (RS1) auf Unnaer Stadtgebiet parallel zur geplanten Westtangente zu führen.

Der RS1 ist für die regionale Verkehrswende von großer Bedeutung. Gerade deshalb darf seine Realisierung nicht von einem weiteren Großprojekt abhängig gemacht werden, dessen Zukunft seit Jahren völlig offen ist.
Seit vielen Jahren wird über die Weiterführung des RS1 durch Unna gesprochen. Die bisher vorgesehene Führung durch Unna gilt seit Anfang 2026 wieder als offen. Nun soll geprüft werden, den RS1 mit der geplanten Westtangente zu verknüpfen. „Wir warten in Unna schon viel zu lange auf eine verlässliche Planung für den RS1. Ihn jetzt an die Westtangente zu hängen, würde aus einem festgefahrenen Projekt gleich zwei machen“, erklärt Carsten Hellmann vom Sprecherinnenteam des ADFC Unna.
Die Westtangente wird seit Jahrzehnten diskutiert. Ob, wann und in welcher Form sie überhaupt realisiert werden kann, ist weiterhin ungeklärt. Auch fachlich wirft der Vorschlag erhebliche Fragen auf. Eine Trasse entlang der Westtangente müsste sowohl auf Kamener als auch auf Unnaer Seite sinnvoll an das bestehende und geplante Radverkehrsnetz angebunden werden. Gerade diese Anschlüsse erscheinen schwierig. Ein Radschnellweg muss Wohngebiete, Arbeitsplätze, Bahnhöfe und Stadtzentren möglichst direkt erschließen. Eine Führung am Stadtrand entlang einer möglichen neuen Straße darf nicht allein deshalb gewählt werden, weil dort irgendwann ein gemeinsamer Planungskorridor entstehen könnte.
Der ADFC Unna fordert deshalb, die Planungen für den RS1 eigenständig und mit hoher Priorität weiterzuführen. Benötigt wird eine umsetzbare Trasse mit guten Anschlüssen in die Nachbarstädte und einer überzeugenden Erschließung Unnas.
„Natürlich sollen sinnvolle Varianten ergebnisoffen untersucht werden. Aber angesichts der langen Vorgeschichte halten wir es nicht für vertretbar, weitere knappe Planungskapazitäten in eine Variante zu stecken, die vollständig von der ungewissen Westtangente abhängt“, so Hellmann. „Der RS1 braucht endlich eine belastbare Perspektive, einen Zeitplan und konkrete nächste Schritte. Auf ein weiteres Jahrzehnteprojekt zu warten, können wir uns nicht leisten.“
Der ADFC Unna spricht sich daher klar dagegen aus, die weitere Planung des RS1 an die Realisierung der Westtangente zu koppeln. Der Radschnellweg muss unabhängig davon geplant und abschnittsweise so schnell wie möglich umgesetzt werden.